Schweigerecht

Grundsätzlich ist es ratsam, die Aussage zu verweigern und zu verlangen, mit einer Rechtsanwältin sprechen zu können!

Als Beschuldigter eines Strafverfahrens haben Sie ein Schweigerecht. Dies sollten Sie grundsätzlich unbedingt in Anspruch nehmen und keinerlei Angaben gegenüber der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht machen! Machen Sie weder in Vernehmungen noch in sonstigen "informellen Gesprächen" irgendwelche Angaben. Sämtliche Äußerungen gelangen zur Akte.

Das Schweigerecht ist umfassend und betrifft auch Angaben zu den persönlichen Verhältnissen. Sie sind lediglich verpflichtet, Ihre Personalien (Name, Geburtsort - und tag, Familienstand, Beruf, Wohnung, Staatsangehörigkeit) anzugeben. Auch Äußerungen zu den persönlichen Verhältnissen können folgenträchtig sein und unter Umständen den Haftgrund der Flucht- oder Verdunkelungsgefahr begründen.

Als Beschuldigter eines Strafverfahrens sind Sie nicht verpflichtet, der Ladung zu einer Beschuldigtenvernehmung durch die Polizei Folge zu leisten. Sie sollten sich schnellstmöglich mit Ihrer Verteidigerin in Verbindung setzen, damit diese Akteneinsicht beantragen kann.

Auch im Falle einer Festnahme, der Zuführung vor den Richter oder bei angeordneter Untersuchungshaft sowie bei Wohnungsdurchsuchungen sollte grundsätzlich die Aussage verweigert und verlangt werden, mit einer Strafverteidigerin Kontakt aufnehmen zu können.

Bedenken Sie: Der Umstand, dass Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen, kann nicht gegen Sie verwertet werden. Eine unüberlegte Aussage kann dagegen schwerwiegende Konsequenzen haben. Darüber hinaus kann eine Aussage jederzeit auch später - nach Rücksprache mit einer Strafverteidigerin - abgegeben werden.